Grundrechte sind keine Privilegien

Erstellt am: 12.03.2021 – Geändert am: 13.03.2021

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger werden in Deutschland geimpft. Noch ist nicht abschließend geklärt, ob Geimpfte weiterhin infektiös sind. Dennoch ist die Debatte über Regellockerungen für Geimpfte in vollem Gange. 

Die Impfungen gegen das Coronavirus laufen. Zur Zeit (Stand: 11.03.) liegt der Prozentsatz der Erstgeimpften bei ca. 7%. Gleichzeitig gibt der beschlossene Öffnungsplan den Ländern ab Ende März die Möglichkeit, Außengastronomie, Konzerthäuser, Kinos, etc. wieder zu öffnen. Dies aber nur bei tagesaktuellem Schnelltest der Besucher.

Freiheit bedeutet Gerechtigkeit

Das bedeutet: Von Woche zu Woche wird ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung geimpft sein, der dennoch bei Besuch eines der betreffenden Angebote einen negativen Schnelltest vorlegen muss. Nun stellt sich die Frage, ob für Geimpfte gesonderte Regelungen gelten sollen. Joachim Pfeiffer kommentiert dazu: “Mit dem Bund-Länder-Beschluss können endlich erste Branchen wirtschaftlich wieder hochgefahren werden. Das begrüße ich ausdrücklich. Wenn medizinisch sicher geklärt ist, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend sind, ist es nicht nur sinnvoll, sondern nachgerade geboten, auch für diese ohne weitere Testungen bei passender Inzidenz die Möglichkeit eines Restaurant- oder Kinobesuchs zu schaffen. Denn nicht Privilegien sind das Abnormale, sondern die Freiheitseinschränkungen.”

Gelten Sonder-Regelungen für Geimpfte, stellt sich freilich die ethische Frage, wie gerecht solche Vorteile für Geimpfte denen gegenüber wären, die möglicherweise noch nicht einmal ein Impfangebot bekommen haben. Hierzu meint Pfeiffer: “Dies birgt durchaus das Potenzial für neuen gesellschaftlichen Sprengstoff. Hier gilt es aber abzuwägen gegen die Verhältnismäßigkeit von Freiheitseinschränkungen. Ich entscheide mich für die Freiheit!”

Zurück